Zürich - Mainz - Leipzig

Heikle Fragen in Umfragen: Möglichkeiten und Grenzen der Randomized Response- und anderer Techniken in verschiedenen Erhebungsmodi

Universität Leipzig (D), Johannes Gutenberg-Universität Mainz (D), ETH Zürich (CH)

Projektleitung

Prof. Dr. Andreas Diekmann (Zürich)
Prof. Dr. Karl-Dieter Opp (Leipzig)
Prof. Dr. Peter Preisendörfer (Mainz)
Prof. Dr. Thomas Voss (Leipzig)

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Marc Höglinger (Zürich)
Dr. Ivar Krumpal (Leipzig)
M.A. Felix Wolter (Mainz)

Projektlaufzeit

2008 - 2012

Forschungsvorhaben

Viele Umfragen enthalten "heikle Fragen" nach privatem, illegalem oder sozial unerwünschtem Verhalten oder entsprechenden Einstellungen. Die interviewten Personen machen zu derlei Fragen, wie z. B. Drogenkonsum, Kriminalität oder Sexualverhalten, vielfach falsche Angaben, sei es aus Schamgefühl, Gründen der sozialen Erwünschtheit oder Angst vor Sanktionen durch Dritte. Die aus den Erhebungen resultierenden Ergebnisse sind somit nach dem Grad dieses "Response Bias" verzerrt - negativ konnotiertes Verhalten (z. B. Drogenmissbrauch) wird unterschätzt, positiv konnotiertes (z. B. Energiesparaktivitäten) überschätzt. Die bisherige methodische Forschung zeigt, dass das Design einer Umfrage und spezielle Fragetechniken (Umfragemodus, Frageformulierung usw.) dazu beitragen können, validere Schätzer zu erhalten. Ziel des Projektes ist es, verschiedene Techniken zur Reduktion des Response Bias in drei Befragungsmodi - Face-to-Face-, Telefon- und Onlinebefragung - zu entwickeln, zu testen und vergleichend zu evaluieren. Insgesamt soll durch das Projekt ein Forschungsprogramm zu heiklen Fragen in Deutschland ins Leben gerufen werden.

In der zweiten Förderperiode (2010, 2011) wird das Projekt entlang viererlei Leitfragen fortgeführt: (1) Herausarbeitung theoretischer Aspekte der Befragungsinteraktion und statistischer Überlegungen bzgl. des Zielkonflikts zwischen Anonymität und statistischer Effizienz, um verschiedene Fragetechniken weiter zu verfeinern und auszutesten. Dies schließt die Entwicklung von Software zur Analyse von Interviewereffekten im Zusammenhang mit RRT-Daten ein (Zürich). (2) Die Face-to-Face-Studie und externe Validierung soll fortgesetzt und erweitert werden (Mainz). (3) Untersuchung von Modus-Effekten mit Hilfe einer Befragung zu heiklen Themen im Rahmen des durch die Forschungsgruppe um Uwe Engel (ebenfalls Teil des Schwerpunktprogramms 1292) aufgebauten Access Panels (Leipzig, Mainz, Zürich). (4) Ein experimenteller Survey wird die Performanz der Item Count Technique (ICT) im Telefonmodus untersuchen (Leipzig).

Der Forschungsverbund will im Verlauf der ersten Projektphase Lösungen zu offenen Fragen der Randomized-Response-Technik erarbeiten. Im Rahmen des "Access Panel" als integrativer Plattform des DFG-Schwerpunktprogramms sollen der Forschung praktikable RRT-Instrumente zur Verfügung gestellt sowie weiterführend getestet werden. Als Perspektive für den zweiten Förderungszeitraum des Projekts ergeben sich die Einbindung und Erprobung weiterer spezieller und unkonventioneller Designs sowie alternative Techniken der Erhebung heikler Sachverhalte (z. B. "Vignettentechnik", "item count method", ACASI).

Zeitplan

2008: Pretestphase zur Vorbereitung und Erprobung von unterschiedlichen Designs; Datenerhebungen.

2009: Datenerhebungen, Aufbereitung und Analyse, Publikationen.

2010: Datenerhebung (Mainz), Pretestphase (ICT-Studie, Access Panel-Studie), methodische Forschung.

2011/2012: Datenerhebungen, Aufbereitung und Analyse, Publikationen.

Kooperationen

Access Panel und Mixed-Mode Internet Survey:
Prof. Dr. Uwe Engel (Bremen)
Prof. Joop Hox, PhD (Utrecht)
Prof. Edith de Leeuw, PhD (Utrecht)
Annette Scherpenzeel, PhD (Tilburg)

Kooperationen außerhalb des Schwerpunkts

in den beteiligten Hochschulen/Universitäten (ohne Finanzierung durch die DFG):
Prof. Dr. Ben Jann (Universität Bern)
Dr. Wolfgang Langer (Universität Halle-Wittenberg)
M.Sc. Heiko Rauhut (ETH Zürich)
Dr. Jürgen Schiener (Universität Mainz)

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Voss
Universität Leipzig
Institut für Soziologie
Beethovenstr. 15
D-04107 Leipzig
Tel.: (0341) 97 35 642
voss[at]uni-leipzig.de

Prof. Dr. Peter Preisendörfer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Soziologie
Colonel-Kleinmann-Weg 2
D-55099 Mainz
Tel.: (06131) 39 22383
Fax: (06131) 39 26157
preisendoerfer[at]uni-mainz.de

Prof. Dr. Andreas Diekmann
ETH Zürich
Soziologie
Clausiusstr. 50
CH-8092 Zürich
Tel.: +41 44 632 55 59
Fax: +41 44 632 10 54
andreas.diekmann[at]
soz.gess.ethz.ch


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Universität Hamburg - Fachbereich Psychologie, Projekt: Multiple Imputation of Complex Data Sets

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